Simons Weg – Durch den Kern hindurch
Ich bin kein Mann, der alles im Griff hat. Ich bin ein Mann, der gelernt hat, seine Gefühle nicht mehr zu betäuben. Das hier ist meine Geschichte.
Ich wiege 135 Kilo. Ich bin IV-Bezüger. Ich lebe allein. Und ich schreibe dir das, weil ich aufgehört habe, mich dafür zu schämen. Nicht weil es mir egal geworden ist. Sondern weil ich begriffen habe: Scham ist das, was mich jahrelang vom Fühlen abgehalten hat.
Der Mann hinter den Kilos
Lange Zeit war Essen mein Anästhetikum. Wenn die Einsamkeit zu laut wurde, habe ich sie zugedeckt. Mit Schokolade. Mit Pizza um 2 Uhr nachts. Mit allem, was den Schmerz für eine halbe Stunde leiser macht.
Ich wusste, was ich tat. Ich bin nicht dumm. Ich gehe vier Mal pro Woche ins Gym. Ich kenne die Kalorientabellen auswendig. Aber Wissen hilft nicht gegen Gefühle, die keinen Platz haben. Mein Körper hat gespeichert, was mein Kopf nicht verarbeiten konnte.
Und dann, eines Morgens, sass ich auf dem Bettrand und habe mir eine Frage gestellt, die alles verändert hat: Was, wenn ich aufhöre wegzulaufen – und stattdessen hinfühle?
Durch den Kern hindurch
Kennst du diesen Moment, wenn ein Gefühl so gross wird, dass du denkst, es zerreisst dich? Wenn die Angst so eng wird, dass du nicht mehr atmen kannst? Wenn die Traurigkeit so tief ist, dass du glaubst, du ertrinkst darin?
Ich kannte das. Und ich habe immer dasselbe getan: Flucht. Essen. Ablenkung. Funktionieren. Alles, nur nicht hinfühlen.
Bis ich begriffen habe: Gefühle sind wie ein Tunnel. Dunkel. Eng. Beängstigend. Aber sie haben ein Ende. Wenn du den Mut hast, hindurchzugehen – nicht drumherum, nicht darüber hinweg, sondern mitten durch den Kern – dann passiert etwas, das du nicht erwartest: Stille. Weite. Frieden.
Nicht die Abwesenheit von Schmerz. Sondern die Erfahrung, dass der Schmerz dich nicht zerstört hat. Dass du immer noch da bist. Dass du stärker bist als das, wovor du dein ganzes Leben lang weggelaufen bist.
→ Ich will mich fallen lassen – aber ich habe Angst
Das Auge des Sturms
Mein Leben ist nicht ruhig. IV-Verfügungen, Formulare, Ämter, die über mein Existenzminimum entscheiden. Ein Körper, der sich anfühlt wie ein Schlachtfeld. Nachbarn, die Wände haben. Eine Gesellschaft, die sagt: "Riss dich zusammen."
Der Sturm tobt. Jeden Tag. Und lange habe ich versucht, den Sturm zu stoppen. Ihn zu kontrollieren. Die perfekte Lösung zu finden. Den perfekten Körper. Die perfekte Routine. Die perfekte Antwort auf das Amt.
Aber der Sturm lässt sich nicht stoppen. Er gehört zum Leben.
Was ich gelernt habe: Es gibt einen Ort mitten im Sturm, an dem es still ist. Das Auge. Und dieses Auge findest du nicht, indem du kämpfst. Du findest es, indem du aufhörst zu kämpfen. Indem du dich hinsetzt, die Augen schliesst und sagst: Okay. Ich fühle das jetzt.
Nicht "Ich löse das jetzt." Nicht "Ich verstehe das jetzt." Sondern: Ich fühle das jetzt.
→ Hingabe lernen – Kontrolle loslassen
Ich kenne nur Überleben
Die meiste Zeit meines Lebens war ich im Überlebensmodus. Funktionieren. Durchhalten. Nicht zusammenbrechen. Bloss niemandem zeigen, wie es wirklich aussieht hinter der Fassade.
Überleben ist das Gegenteil von Leben. Im Überlebensmodus spürst du nichts. Du bist taub. Effizient. Eine Maschine. Du erledigst Dinge, aber du erlebst nichts. Du funktionierst, aber du fühlst nicht.
Ich suche eine Frau, die den Unterschied kennt. Die vielleicht selbst gerade nur überlebt – nachts allein mit dem Baby, morgens allein mit dem Kaffee, abends allein mit der Stille. Eine Frau, die spürt: Das kann doch nicht alles sein.
Und die bereit ist, gemeinsam den Schritt vom Überleben ins Leben zu wagen.
→ Allein stark sein – Warum es dich zerstört
Mein Spiegel um 3 Uhr nachts
Es gibt Nächte, in denen ich aufwache und nicht wieder einschlafen kann. Dann stehe ich auf, gehe ins Bad und schaue in den Spiegel. Ein grosser Mann. Müde Augen. Ein Bauch, den ich nicht liebe. Hände, die niemanden halten.
Früher hätte ich den Kühlschrank aufgemacht. Heute stehe ich einfach da. Und fühle. Die Einsamkeit. Die Sehnsucht. Den Wunsch, dass jemand neben mir liegt, der atmet. Der warm ist. Der da ist.
Und dann passiert etwas Seltsames: Die Einsamkeit wird leiser. Nicht weil sie verschwindet. Sondern weil ich aufgehört habe, vor ihr wegzulaufen. Weil ich sie angeschaut habe. Durch den Kern hindurch.
Vielleicht kennst du solche Nächte. Vielleicht liegst du gerade wach, das Baby schläft endlich, und die Stille drückt. Vielleicht hast du gerade in dein Handy getippt, weil du irgendetwas suchst – und bist hier gelandet.
→ Nachts wach, Baby schreit – und du bist allein
→ Allein einschlafen – Die Sehnsucht nach Wärme
Warum ich das öffentlich schreibe
Weil ich die Masken satthabe. Meine eigenen und die der Welt. Weil ich glaube, dass Heilung dort beginnt, wo wir aufhören zu lügen. Vor uns selbst und vor anderen.
Ich könnte auf Tinder ein Profil basteln. "Sportlich, humorvoll, liebt Reisen." Ich könnte meine Kilos verstecken und meine IV verschweigen und den coolen Typen spielen. Aber was hätte das für einen Sinn? Du würdest dich in eine Fassade verlieben. Und ich würde mich fragen, ob du mich noch willst, wenn die Fassade fällt.
Also lasse ich sie gleich weg. Das hier bin ich. Ungefiltert. Unperfekt. Und bereit, genau so geliebt zu werden.
→ Warum ein unperfekter Mann der bessere Partner ist
Was ich gelernt habe (und was ich dir geben kann)
Durch meine eigene Reise habe ich etwas gelernt, das die meisten Männer nicht können: Ich kann aushalten. Nicht weil ich hart bin. Sondern weil ich weich geworden bin.
Ich kann deine Tränen aushalten, weil ich meine eigenen kenne. Ich kann deine Erschöpfung halten, weil ich weiss, wie es sich anfühlt, am Ende zu sein. Ich kann deine Angst tragen, weil ich durch meine eigene hindurchgegangen bin.
Das ist kein Heldentum. Das ist das Ergebnis von vielen Nächten, in denen ich allein vor dem Spiegel stand und mich entschieden habe: Ich fühle das jetzt. Ich renne nicht mehr weg.
Und genau deshalb kann ich dir etwas anbieten, das selten geworden ist: Arme, die nicht loslassen, wenn es unbequem wird. Hände, die nicht zurückzucken, wenn du weinst. Einen Mann, der da bleibt – weil er gelernt hat, bei sich selbst zu bleiben.
Was ich suche
Ich suche keine perfekte Frau. Ich suche eine echte.
Eine Frau, die ihre Sehnsucht nicht mehr versteckt. Die nachts wach liegt und sich fragt, ob es da draussen jemanden gibt, der sie wirklich meint. Die erschöpft ist vom Starksein. Die spürt, dass ihr Körper nach mehr schreit als nach Schlaf.
Vielleicht bist du Mama. Vielleicht nicht. Vielleicht hast du Milchstau. Vielleicht hast du einfach Hauthunger. Was zählt, ist nicht deine Situation. Was zählt, ist dein Mut, dich zu zeigen.
Wenn du dich nach jemandem sehnst, der weiss, wohin die Energie gehört. Der Verantwortung für sein Leben übernimmt. Der weiss, wie unperfekt er ist – und trotzdem steht. Dann bin ich für dich da.
→ Sehnsucht nach Nähe – Du bist nicht die Einzige
Fragen, die du vielleicht hast
Was bedeutet "durch den Kern hindurch"?
Es bedeutet, ein Gefühl nicht zu umgehen, sondern mitten hindurchzugehen. Statt Schmerz zu betäuben oder wegzudrücken, lässt du ihn zu – und erlebst, dass er dich nicht zerstört. Dahinter wartet Stille. Wie ein Tunnel: dunkel, eng, aber mit Licht am Ende.
Warum schreibt ein Mann so offen über seine Gefühle?
Weil ich jahrelang das Gegenteil gemacht habe – und es mich fast zerstört hat. Ich habe gefressen statt zu fühlen, mich abgelenkt statt hinzuschauen. Heute weiss ich: Ein Mann, der seine Gefühle zeigt, ist nicht schwach. Er ist der Einzige, der dich wirklich halten kann.
Was hat das mit mir als Frau zu tun?
Vielleicht mehr als du denkst. Vielleicht sehnst du dich nach jemandem, der nicht wegläuft, wenn es schwierig wird. Der seine eigene Tiefe kennt – und deshalb auch deine aushält. Dieser Text zeigt dir, wer ich bin. Nicht die polierte Version. Die echte.
Ist das hier eine Therapie-Seite?
Nein. Das ist die Seite eines Mannes, der eine Frau sucht. Ich bin kein Therapeut. Aber ich bin ein Mensch, der sich mit sich selbst auseinandergesetzt hat – und der weiss, was es bedeutet, jemanden wirklich zu halten.
Stell dir vor...
Stell dir vor, wir treffen uns. Du bist nervös, ich bin nervös. Aber dann siehst du, dass ich einfach nur ein Mann bin. Ein Mann mit warmen Händen und Aloe Vera Gel, der darauf wartet, dich zu verwöhnen.
Vielleicht spürst du schon beim Schreiben ein leichtes Kribbeln. Vielleicht sagt dir dein Kopf "Das ist verrückt", aber dein Körper sagt "Endlich".
- Du musst nichts erklären.
- Du musst nicht "funktionieren".
- Du darfst einfach Frau sein.
🇨🇭 Ich suche EINE Frau – hier in der Schweiz (Raum Solothurn/Bern).
Wenn du das Gefühl hast, das könntest du sein – zögere nicht. Morgen könnte es zu spät sein.
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Mein Weg in Artikeln
- Durch den Kern – Warum ich meine Gefühle nicht mehr betäube
- 135 Kilo, 4x Gym – Warum ich trotzdem nicht abnehme
- Überleben vs. Leben – Der Unterschied, der alles verändert
- Mein Spiegel um 3 Uhr nachts – Was ich sehe, wenn niemand zuschaut
- Das Auge des Sturms – Wie ich Ruhe finde, wenn alles tobt
- Scham ablegen – Warum ich mich zeige, wie ich bin
- Ein Mann, der fühlt – Warum das so selten ist
- IV-Bezüger und trotzdem ein ganzer Mann – Über Selbstwert ohne Leistung
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- Über Simon – Kein Therapeut, sondern ein Mann
- Sehnsucht nach Nähe – Du bist nicht die Einzige
- Unperfekter Mann – Warum echt besser ist als perfekt
- Wissenschaftliche Grundlagen – Studien zu Oxytocin und Nähe