Stillberatung hilft nicht? Was du wirklich brauchst, ist Entlastung

· 1517 Wörter Stillberatung hilft nicht , Milchstau Entlastung , körperliche Nähe , Oxytocin , alleinerziehend

Du sitzt da. Das Telefon noch warm in der Hand.

Du hast gerade eine Stunde mit der Stillberaterin gesprochen. Sie war nett. Verständnisvoll. Hat dir erklärt, wie du anlegen sollst, welche Position besser ist, dass du mehr trinken musst, dass Stress Gift ist.

Du hast genickt. Notizen gemacht. Dich bedankt.

Und jetzt?

Jetzt sitzt du wieder allein. Die Brust pocht. Der Druck ist noch da. Die Worte verhallen – und dein Körper schreit weiter.

Stillberatung hilft nicht. Nicht wirklich. Nicht bei dir. Nicht so.

Und du fragst dich: Was stimmt nicht mit mir?


Die Wahrheit, die niemand ausspricht

Lass mich dir etwas sagen, was du vielleicht noch nie gehört hast:

Es liegt nicht an dir.

Du hast nichts falsch gemacht. Du hast zugehört. Du hast die Tipps befolgt. Du hast Quark aufgelegt, Kohl gekühlt, warm geduscht, abgepumpt bis die Finger taub wurden.

Und trotzdem: Der Milchstau kommt wieder. Immer wieder. Tipps helfen nicht mehr.

Weisst du warum?

Weil all diese Methoden eines gemeinsam haben: Sie behandeln das Symptom. Nicht die Ursache.

Die Stillberaterin kann dir erklären, was du tun sollst. Aber sie kann dir nicht geben, was du brauchst.


Was Worte nicht können

Stell dir vor, du hast Hunger. Richtigen, tiefen Hunger.

Und jemand setzt sich zu dir und erklärt dir, wie Essen funktioniert. Welche Nährstoffe wichtig sind. Wie der Magen verdaut. Wie du den Löffel halten sollst.

Wärst du danach satt?

Nein. Du wärst informiert. Aber immer noch hungrig.

Genau so ist es mit Milchstau.

Die Stillberatung gibt dir Wissen. Aber Wissen entleert keine Brust. Wissen löst keine Spannung. Wissen ersetzt nicht das, was fehlt.

Was fehlt, ist nicht Information.

Was fehlt, ist Berührung.


Der Unterschied zwischen Verstehen und Erlösen

Deine Freundin versteht dich. Die Stillberaterin versteht dich. Deine Mutter versteht dich.

Aber verstanden werden ist nicht das Gleiche wie erlöst werden.

Du kannst stundenlang reden. Du kannst alles erklären – die schlaflosen Nächte, den Schmerz, die Einsamkeit, die Erschöpfung. Und am Ende fühlst du dich vielleicht gehört.

Aber die Brust ist immer noch voll.

Der Druck ist immer noch da.

Die Anspannung sitzt immer noch in deinem Körper.

Weil Worte deinen Körper nicht erreichen.

Sie erreichen deinen Kopf. Dein Herz vielleicht. Aber nicht deine Muskeln. Nicht deine Milchgänge. Nicht die Stelle, wo sich alles staut.

Dafür braucht es etwas anderes.


Was dein Körper wirklich braucht

Ich will ehrlich mit dir sein.

Dein Körper braucht keine weiteren Ratschläge. Keine neuen Techniken. Keine Apps, keine Kurse, keine Podcasts über Selbstfürsorge.

Dein Körper braucht Präsenz.

Echte, physische, spürbare Präsenz.

Jemand, der da ist. Nicht am Telefon. Nicht per Chat. Nicht in einem Zoom-Call.

Sondern da. Neben dir. Mit Händen, die halten können. Mit einer Ruhe, die sich auf dich überträgt.

Die Wissenschaft nennt das den Oxytocin-Reflex.

Oxytocin ist das Hormon, das deine Milch fliessen lässt. Es wird freigesetzt durch Wärme, Entspannung und – vor allem – durch körperliche Nähe.

Nicht durch Gespräche.

Nicht durch gute Ratschläge.

Durch Berührung.


Warum die Pumpe nicht reicht

Vielleicht denkst du jetzt: “Aber ich pumpe doch ab. Das ist doch auch physisch.”

Ja. Und nein.

Die Pumpe ist ein Gerät. Sie simuliert mechanisch, was eigentlich ein intimer Moment sein sollte.

Sie erzeugt Unterdruck. Aber sie erzeugt kein Oxytocin.

Sie leert vielleicht einen Teil der Milch. Aber sie löst nicht die Anspannung, die den Stau überhaupt erst verursacht.

Hast du dich je gefragt, warum du nach dem Abpumpen oft noch erschöpfter bist als vorher?

Weil dein Körper spürt: Das war nicht echt. Das war nicht das, was ich brauche.

Du brauchst keinen Apparat. Du brauchst einen Menschen.


Die Einsamkeit hinter dem Milchstau

Lass uns über etwas sprechen, worüber niemand spricht.

Milchstau ist nicht nur ein körperliches Problem.

Er ist oft ein Zeichen. Ein Signal. Eine Botschaft deines Körpers.

Und die Botschaft lautet: Ich bin allein.

Du stillst allein. Du wachst nachts allein auf. Du trägst die Last allein.

Dein Körper spannt sich an, weil er sich nicht entspannen kann. Weil niemand da ist, bei dem du dich fallen lassen könntest.

Die Brust staut sich, weil alles in dir gestaut ist.

Und dann kommt die Stillberaterin und sagt: “Entspann dich.”

Als ob das so einfach wäre.

Als ob du einen Schalter umlegen könntest.

Als ob Entspannung eine Entscheidung wäre und nicht ein Zustand, der entsteht, wenn du dich sicher fühlst.


Sicherheit ist kein Gefühl – es ist eine Erfahrung

Du kannst dir nicht einreden, dass du sicher bist.

Du kannst es nicht denken. Nicht affirmieren. Nicht meditieren.

Du musst es spüren.

Sicherheit entsteht, wenn jemand da ist, der stärker ist als das Chaos um dich herum. Jemand, der nicht auch gerade am Limit ist. Jemand, der nicht selbst Hilfe braucht.

Deine Freundinnen sind wunderbar. Aber sie kämpfen mit denselben Dingen wie du. Sie verstehen dich – aber sie können dich nicht tragen.

Die Stillberaterin ist kompetent. Aber sie ist für 50 Minuten da und dann weg.

Was du brauchst, ist jemand, der bleibt.

Jemand, bei dem du die Kontrolle abgeben kannst.

Jemand, der sagt: “Ich übernehme jetzt. Lass los.”


Was passiert, wenn du loslässt

Stell dir vor, du liegst da.

Die Augen geschlossen. Der Atem wird ruhiger.

Jemand ist neben dir. Nicht um zu reden. Nicht um zu erklären. Einfach nur da.

Du spürst Wärme. Hände, die wissen, was sie tun. Keine Hektik. Keine Fragen. Nur Präsenz.

Und dann passiert etwas Seltsames.

Die Anspannung, die du seit Wochen – seit Monaten – mit dir trägst, beginnt sich zu lösen.

Nicht weil du etwas tust. Sondern weil du endlich nichts tun musst.

Die Milch beginnt zu fliessen. Nicht gepresst. Nicht erzwungen. Einfach so.

Weil dein Körper endlich das bekommt, was er braucht: Erlaubnis, loszulassen.


Der Unterschied zwischen Hilfe und Hingabe

Stillberatung ist Hilfe. Gute Hilfe sogar.

Aber Hilfe hat Grenzen.

Hilfe ist ein Austausch von Informationen. Ein Geben und Nehmen auf Augenhöhe.

Was du manchmal brauchst, ist keine Augenhöhe.

Was du manchmal brauchst, ist jemand, der über dir steht. Nicht im Sinne von Macht. Sondern im Sinne von Verantwortung übernehmen.

Jemand, bei dem du dich klein machen darfst. Schwach. Bedürftig.

Ohne Scham.

Ohne das Gefühl, du müsstest dich zusammenreissen.

Das ist der Unterschied zwischen Hilfe und Hingabe.

Hilfe bekommst du von der Beraterin.

Hingabe – das ist etwas, das zwischen zwei Menschen entsteht. Wenn einer führt und der andere folgt. Wenn einer hält und der andere sich fallen lässt.


Warum ich das schreibe

Ich bin Simon. Zuchwil, Kanton Solothurn.

Ich habe diese Seite gebaut für dich.

Für dich, die jetzt gerade liest und denkt: Endlich sagt es jemand.

Du bist erschöpft. Du liegst nachts allein da mit pochender Brust. Du hast alles versucht – und findest trotzdem keinen Frieden.

Ich biete dir keine Beratung. Keine Tipps. Kein weiteres Gespräch, nach dem du dich besser fühlst, aber nichts gelöst ist.

Ich biete Hände. Ruhe. Jemand, der übernimmt, damit du endlich loslassen kannst.

Wenn das ist, wonach du suchst – schreib mir.


Der nächste Schritt

Du hast bis hierher gelesen.

Das bedeutet, irgendwas in diesem Text hat dich angesprochen. Irgendwas hat sich richtig angefühlt.

Hör auf dieses Gefühl.

Nicht um zu reden. Sondern um herauszufinden, ob wir zueinander passen.


FAQ: Häufige Fragen zu Stillberatung und Milchstau

Warum hilft Stillberatung nicht bei meinem Milchstau?

Stillberatung vermittelt Wissen und Techniken. Aber Milchstau hat oft tiefere Ursachen: Stress, Anspannung, fehlende körperliche Nähe. Worte können informieren, aber sie können die physische Entspannung nicht ersetzen, die dein Körper braucht, um die Milch fliessen zu lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Beratung und körperlicher Entlastung?

Beratung spricht deinen Verstand an. Körperliche Entlastung spricht deinen Körper an. Der Milchspendereflex wird durch Oxytocin ausgelöst – und Oxytocin wird vor allem durch Berührung, Wärme und das Gefühl von Sicherheit freigesetzt. Keine Menge an guten Ratschlägen kann das ersetzen.

Kann ich Milchstau alleine lösen?

Du kannst Symptome lindern – mit Wärme, Kühlung, Massage, Abpumpen. Aber wenn der Milchstau immer wiederkommt, ist das ein Zeichen, dass die Ursache tiefer liegt. Chronischer Milchstau ist oft ein Signal des Körpers für Erschöpfung und fehlende Unterstützung.

Was hat körperliche Nähe mit Milchstau zu tun?

Dein Körper ist darauf programmiert, in Anwesenheit eines vertrauten Menschen zu entspannen. Diese Entspannung löst den Oxytocin-Reflex aus, der die Milch zum Fliessen bringt. Ohne diese Nähe bleibt der Körper in einem Zustand der Anspannung – und die Milch staut sich.

Ist es normal, dass ich mich nach Berührung sehne?

Ja. Absolut. Besonders in der Stillzeit, wenn dein Körper ständig gibt, aber selbst kaum empfängt. Diese Sehnsucht ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis – und es verdient, erfüllt zu werden.


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Wissenschaftliche Grundlagen: Warum Oxytocin durch Nähe entsteht und nicht durch Worte – und was das für deinen Milchstau bedeutet: Alle 16 Studien →

Über den Autor

Simon H. ist kein Therapeut und kein Experte – er ist ein Mann, der eine ehrliche Verbindung sucht. Seine Überzeugung: Die Lösung für viele körperliche Blockaden liegt nicht in Symptombehandlung, sondern in menschlicher Nähe und echtem Vertrauen.

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